Termine & Festivaleinladungen 2022

Mit 14 Monaten Verspätung hat Loving the Alien am 26.04. eine gefeierte Premiere erlebt. Die Vorstellungen in Bruchsal sind ausverkauft. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Die Empörten fahren im Juli zu den Baden-Württembergischen Theatertagen nach Heilbronn.

Loving the Alien – Eine Expedition zu den Songs von David Bowie (UA) von Alexander Schilling
Di 19.07.22, 20:30 Uhr – Exiltheater Bruchsal
Badische Landesbühne Bruchsal

Die Empörten von Theresia Walser
Mo 04.07.22, 20:00 Uhr
im Rahmen der Baden-Württembergischen Theatertage in Heilbronn
Badische Landesbühne Bruchsal

Kritiken zu „Loving the Alien“ an der Badischen Landesbühne

Mit „Loving the Alien“ ist der Landesbühne und Regisseur Alexander Schilling ein großer Wurf gelungen.

„Eine Expedition“ hat Schilling seinen David-Bowie-Abend genannt, den die Badische Landesbühne am Dienstag in der Alten Mälzerei vorstellte, und das trifft es genau. Er nähert sich seinem Protagonisten über die Songs an. „Mit Neugier, aber ohne Ehrfurcht“, wie er selbst sagt, packt seine Suche in eine stimmige Rahmenhandlung: In dieser untersuchen fünf Forscher ein in einer Kiesgrube abgestürztes Raumschiff und finden darin Instrumente, Fotos, Schallplatten, die die Vermutung nahelegen, dass Bowie nicht tot, sondern zur Erde zurückgekehrt ist. Dabei werden die fünf Personen auf der Bühne (drei Schauspieler und zwei Musiker) zu Identifikationsfiguren, in denen sich der Zuschauer wiederfinden kann.

Da gibt es Nadine (Pape), die einfach alles an Bowie liebt und ihn als Idol verehrt. Und es gibt die skeptische Conny (Heilmann), die sich an so viel inszenierter Künstlichkeit stößt und auch an den Skandalen, die sich um seine Person ranken. Der dritte im Bunde ist der naive, aber begeisterungsfähige Thilo (Langer), der noch gar nichts weiß über DB und den Kult um ihn, der aber die Musik voll cool findet und mehr erfahren will.

Die drei hantieren im Stück übrigens mit ihren echten Vornamen, was eine zusätzliche witzige und überraschend persönliche Komponente in das Stück einbringt. Gemeinsam mit den Musikern Sebastian Rotard (Schlagzeug) und Nils Becker (Gitarre) werden sie auf der Bühne zu einem Team, in dem die Grenzen zwischen Musikern und Schauspielern verschwimmen. Alle fünf spielen mehrere Instrumente und singen die Songs gekonnt selbst, ohne dabei den speziellen Bowie-Sound nachahmen zu wollen. Dadurch wird der Abend einerseits zu einer unterhaltsamen Revue mit vielen unvergessenen Liedern (was die Fans im Publikum besonders freute), aber auch zu einem durchaus vielschichtigen Theaterstück – spannend sogar für ganz unbeleckte Zuhörer, an denen das Phänomen Bowie bisher vorbeigegangen ist.

Pia Geimer, RNZ

Die hörbare Freude des Quintetts an der Musik Bowies überträgt sich nicht erst beim „Heroes“-Finale auf die Zuschauer. 

Fränkische Nachrichten

Der musikalische Leiter und Schlagzeuger Se­bastian Rotard, der Gitarrist Nils Becker sowie die Schauspieler Thilo Langer, Na­ dine Pape und Cornelia Heilmann, die sich auch mit Gesang und Instrumenten ein­ bringen, entwickeln einen eigenen Sound. 

Stell dir vor, diesen Entdeckern – und [Bowie] dem verschwundenen, aber irgendwie immer anwesenden Kommandanten des abge­stürzten Raumschiffs – gefällt es in Bruchsal so gut, dass sie bleiben. Auch hält das Publikum sie mit rhythmischem Klatschen fest. Wer auch immer von hin­ ter der Bühne auftaucht und mahnend auf die Uhr schaut, gesellt sich bald dazu und musiziert mit – notfalls mit einer Bohrmaschine.

Badische Neueste Nachrichten, Sibylle Orgeldinger

Kritik zu „Die Empörten“ an der Badischen Landesbühne Bruchsal

Badische Landesbühne begeistert mit „Die Empörten” … Eine reife Leistung der fünf Akteure, die alle in ihrer Rolle überzeugen konnten und am Ende ihren verdienten Beifall bekamen – ganz anders als bei der Uraufführung vor zwei Jahren im Rahmen der Salzburger Festspiele, wo das Stück ausgebuht wurde.

Antje Bauer, Fränkische Nachrichten

Videotrailer und Kritik zu „Ein großer Aufbruch“ am Landestheater Detmold

Zunächst kommt das Stück in der Inszenierung von Alexander Schilling sehr unterhaltsam daher. Schnelle Dialoge, manche Pointe, durchaus auch mit Hang zum makabren Kalauer, erzeugen eine geradezu boulevardeske Stimmung. Dabei geht es um ein ernstes Thema: Holm ist todkrank. In den nächsten Tagen will er in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch nehmen und sich heute Abend von den Menschen verabschieden, die ihm wichtig sind. Vor allem aber will er sein – wie er „ndet – gelungenes Leben feiern. Jürgen Roth spielt den Holm als kraftvollen Lebemann; Gernot Schmidts Adrian sorgt mit wunderbar trockenem Humor für Tempo und manchen Lacher, während Chris Nonnast mit glaubhafter Hysterie seine Frau Katharina verkörpert.

Wohl nicht von ungefähr sind die Charaktere im ersten Teil geradezu klischeehaft gezeichnet. Umso größer ist die Fallhöhe nach der Pause, als die von allen mühsam aufgerichteten Fassaden in sich zusammenfallen. Natascha Mamier gibt ihrer Marie einen großartigen Turn von der toughen Powerfrau zur sensiblen Schwester; Kathrin Osts Charlotte ist zunächst das naive Girlie, das später umso tiefere Abgründe o!enbart. Nur Ella (Julia Blechinger) und Heiko (André Lassen) scheinen sich einigermaßen treu zu sein – wobei Ella ihre Wandlung vom Junkie der 70er zur „passablen Ärztin“ ja bereits hinter sich hat. Und interessanterweise sind es dann vor allem diese beiden, die den so starken und selbstbewussten Holm dann als furchtsamen Blender entlarven. Das […] Premierenpublikum geht jedenfalls hörbar mit und dankt dem engagierten Ensemble mit begeistertem Applaus.

Friedrich Wilhelm Rödding, Lippische Landeszeitung

Videotrailer und Kritik zu „Mercedes” an der Badischen Landesbühne Bruchsal

Beeindruckender ‚Mercedes‘ nach Thomas Brasch an der Badischen Landesbühne. […] Regisseur Alexander Schilling gelingt es, morbiden Retro-Charme mit aktuellen Aspekten zu verbinden: Wenn Maschinen unsere Arbeit übernehmen – wie füllen wir dann unsere Zeit, worauf bauen wir unser Selbstverständnis? Solche Fragen sind heute brisanter denn je.

Badische Neueste Nachrichten